Naturentwicklungsgebiete

Im Kreis Recklinghausen gibt es zwei bedeutende Naturentwicklungsgebiete. Ursprünglich handelt es sich um intensiv genutzte Äcker oder Grünlandflächen, die der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung vollständig entzogen wurden.


HaLiMa5

Ein Naturentwicklungsgebiet, das sog HaLiMa5 liegt innerhalb des Naturschutz- und FFH-Gebietes Lippeaue. Der Name steht für Haltern-Lippramsdorf-Marl, Deichabschnitt 5, in dem der ursprünglich geplante Hochwasserschutzdeich nie errichtet wurde.
Das Gebiet, das erheblich durch Bergsenkung beeinflusst ist, befindet sich im Besitz des Lippeverbandes bzw. dient als Ausgleichsfläche für Wasserwirschaft und Bergbau und wird vom Lippeverband verwaltet. Durch die Bergsenkung bedingt sind große Wasserflächen und feuchte Standorte entstanden. Das unterschiedliche Geländerelief erlaubt ein Nebeneinander von Wasserflächen, nassen und trockenen Standorten. Entsprechend vielfältig ist die Ausstattung des Gebietes.
Die Fläche wird seit 1994 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Seit 1998 wurde eine Beweidung mit Heckrindern etabliert.Durch die geringe Beweidungsdichte von max. 15 Heckrindern auf der 33,5ha großen Fläche sind mittlerweile vielfältige Strukturen mit unterschiedlichem Grad an Verbuschung entstanden. So gibt es Birkenpionierwälder und Weißdorngebüschflächen neben kurzgefressenen Grünlandbereichen.



Hervester Bruch Ost

Ein weiteres Naturentwicklungsgebiet ist der Hervester Bruch Ost. Dieses Gebiet dient als Ausgleichsfläche für eine benachbarte Landesstrasse und ist im Besitz von Strassen.NRW.
Seit 1989 ist das ehemals als intensiver Acker und Grünland genutzte Gebiet aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen. Einige Kleingewässer wurden geschaffen und dienen den seit 1996 hier weidenden Heckrindern als Tränke. Auf der 24,8ha großen Fläche sind 15 bis 25 Tiere.
Einzelne kleine Gebüsche wachsen mittlerweile in der Fläche, die Brutplätze für Neuntöter bieten. Auch ein Storchenpaar findet sich seit 2005 zur Brut ein. Durch die abwechslungsreiche Struktur der Fläche gibt es eine Vielzahl von Insekten und Kleinsäugern, die den Grundstock bilden, die Störche zu ernähren.

Auch hier arbeiten die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Recklinghausen, der Heimatverein Dorf Hervest und die Biologische Station eng zusammen.