
Ausgeräumte Landschaft
Die Landschaftsentwicklung der letzten Jahrzehnte ist gekennzeichnet durch die Ausräumung von für den wirtschaftenden Menschen unrentabel erscheinenden Landschaftsbestandteilen. Gemeint sind in diesem Zusammenhang Feldgehölze, Hecken, Kleingewässer und sonstige Kleinstrukturen.
Diese Entwicklung führte zu einer wachsenden Monotonisierung des Landschaftsbildes und schwindender Artenvielfalt.
Neue Lebensräume für Frosch und Co
Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, werden beispielsweise auf Feuchtgrünland-Flächen des Landes NRW, die von der Biologischen Station betreut werden, kleine flache
Stehgewässer, so genannte Blänken angelegt. In vergangenen Zeiten waren sie ein fester Bestandteil des Biotoptyps Feuchtwiese. Im Rahmen von Entwässerungs- und Meliorationsmaßnahmen (bodenverbessernde Maßnahmen) verschwanden sie jedoch aus dem Landschaftsbild. Viehtränken nahmen auf den nunmehr ertragreichen sowie artenarmen Grünlandflächen ihren Platz ein. Die von der Biologischen Station angelegten Flachgewässer sollen neuen Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzengruppen (Wat- u. Wiesenvögel, Amphibien, Wasserinsekten, Libellen, Röhricht- und Schwimmblattvegetation etc.) schaffen und so dem Artenschwund entgegen wirken.
Naturentwicklung durch Beweidung
Ein
erklärtes Ziel im Naturschutz ist der Erhalt oder die Entwicklung von
möglichst naturnahen Verhältnissen in der Landschaft. Der naturnaheste
Zustand ist dabei die so genannte Naturlandschaft.
In einer solchen Naturlandschaft hat der Mensch nur einen sehr geringen -
bis optimalerweise gar keinen - Einfluss. In unserer vom Menschen
geprägten Kulturlandschaft gibt es solche Flächen aber nicht mehr. Es ist
lediglich möglich eine Landschaft zu entwickeln, die diesem Zustand wieder
nahe kommt. Ein Teil der Arbeit der Biologischen Station ist auf dieses
Ziel der Naturlandschaftsentwicklung ausgerichtet. Auf verschiedenen
Flächen z.B. der öffentlichen Hand oder auf
Ausgleichsflächen des Straßenbaus wird auf Naturlandschaftsentwicklung
gesetzt. Mehr…
Regelmäßige Pflege ist nötig
Neben der Beteiligung an der Planung von Pflegemaßnahmen in den Naturschutzgebieten des Kreises Recklinghausen führt die Biologische Station auch einzelne kleinere
Landschaftspflegearbeiten in Eigenregie durch, so z.B. das Entfernen von Gehölzanflug in verschiedenen Moorgebieten oder die regelmäßige Pfegemahd an den bereits erwähnten Blänken.
Naturschutz an der Biologischen Station
Praktischer Naturschutz findet jedoch auch direkt vor Ort, auf dem Gelände der Biologischen Station statt. Die Anlage und Pflege eines Bauerngartens, der als Anschauungsobjekt für naturnahes Gärtnern angelegt wurde, die Gestaltung von Kleingewässern, Erhaltung der alten Obstwiesen und weiterer, für einen Naturgarten typischer Elemente sind ebenso Bestandteil praktischer Naturschutzarbeit.
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