Wer hat diese beiden gesehen?
Hinweise werden bei der Biologischen Station entgegengenommen.
 
Männchen ♂                          Foto: Rolf Behlert Weibchen ♀                      Foto: Rolf Behlert
   

Aktuelle Beobachtungen und ältere Fundmeldungen nehmen wir gerne per Meldebogen, E-Mail oder Telefon entgegen. Hirschkäfer stehen unter Naturschutz. Ein sorgsamer Umgang mit den Tieren und ihrem Lebensraum steht an erster Stelle.

 

 
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  Telefonisch:

Niels Ribbrock

Tel.: 02369 – 77505

 Informationen zum Hirschkäfer  
  • Beschreibung:

    Die Männchen haben einen stark verbreiterten Kopf, ihre Oberkiefer sind zu mächtigen hirschgeweihartigen Zangen umgebildet. Die kleineren Weibchen haben einen schmaleren Kopf und normal entwickelte Oberkiefer. Die Färbung der Flügeldecken ist dunkel rotbraun, Kopf und Halsschild sind schwarz. Die Fühler sind in der Mitte geknickt und am Ende blättrig verbreitert.

  • Länge:

    Männchen: 3-7,5 Zentimeter, Weibchen: 3-4 cm

  • Lebenszyklus:

    Im Kreis Recklinghausen kann man Hirschkäfer etwa von Mitte Mai bis Anfang Juli sehen. Am ehesten trifft man auf die träge dahin schwirrenden "Brummer" an warmen Tagen in der Dämmerung. Insbesondere die Männchen sind dann recht flugaktiv und suchen nach Weibchen, welche gerne am Saftfluss von Eichen sitzen. Ist ein Weibchen gefunden, so wird es gegen Rivalen verteidigt. Dabei versuchen die Männchen sich gegenseitig mit ihren "Geweihen" wegzuhebeln und vom Baumstamm zu stoßen. Nach der Paarung währt das Leben der Hirschkäfer nur noch kurze Zeit, die adulten Tiere sterben nach wenigen Wochen. Zuvor legen die Weibchen jedoch noch Eier an den Wurzelstock toter Laubbäume. Sie bevorzugen die Stubben von Eichen, nehmen aber auch andere Laubhölzer wie z. B. Buchen. Aus den Eiern schlüpfen Larven (sie sehen einem Engerling sehr ähnlich), welche im Totholz 5 bis 8 Jahre fressen. Die Tiere verbringen also die weitaus meiste Zeit ihres Lebens verborgen im morschen Holz. Eine Larve kann dabei über 10 cm lang werden. Die ausgewachsene Larve verläßt das Holz und verkriecht sich zum Verpuppen ins Erdreich. Dort baut sie sich eine Puppenwiege, die bei den Männchen Faustgröße erreicht. Aus der Puppe schlüpft der eigentliche Käfer und der Kreislauf beginnt von vorn.

  • Lebensraum:

    Eichen- und Buchenwälder mit hohen Anteilen an Totholz. Die Käfer mögen es dabei weder zu trocken noch zu nass und bevorzugen sonnenexponierte Lagen. Auch an Hofstellen mit alten Eichen- und Buchenbeständen oder Obstwiesen kommt der Käfer vor.

  • Schutz/Gefährdung:

    Im Zuge der Intensivierung der Forstwirtschaft ist der Hirschkäfer in Deutschland selten geworden. In NRW ist er "stark gefährdet" und in der Bundesartenschutzverordnung ist er als "besonders gefährdet" gelistet. Die Europäische Union hat ihn aufgrund seiner Seltenheit in den Anhang II der FFH-Richtlinie gesetzt. Das heißt, dass Lebensräume, in denen der Hirschkäfer noch vorkommt, vorrangig zu schützen sind, es gilt auf jeden Fall ein Verschlechterungsverbot.